Die Kundin bestellt telefonisch beim Versandgärtner ihres Vertrauens eine Pflanze. Man möge sie bitte pünktlich zum Weihnachtsfest an eine Freundin senden. „Das machen wir gerne“, sagt die freundliche Dame der telefonischen Bestellannahme. Und was passiert: Nichts. Weder vor Weihnachten noch danach kommt das anvisierte Päckchen bei der Freundin an. Wie ärgerlich, denkt sich die Kundin und ruft noch einmal beim Gärtner an, bei dem sie immerhin schon seit 1967 Kundin ist und der Zusagen bislang stets eingehalten hat. Doch heutzutage ist ja alles anders. Wer bei einem Versandhandel Bestellungen annimmt, macht nur dieses und wenn diese Person so gar keine Ahnung vom Kerngeschäft seines Arbeitgebers weiß (in diesem Fall eben Pflanzen), dann bestätigt man den Anrufern eben gerne eine pünktliche Lieferung. Ob möglich oder nicht.

„Wir liefern zwischen Dezember und Ende Februar grundsätzlich keine Ware aus“, sagt nun die Dame von der Beschwerdestelle. „Hat Ihnen das niemand gesagt?“ Leider nein! Hätte die Kundin das gewusst, hätte sie doch ein anderes Geschenk für ihre Freundin ausgesucht. So aber ärgern sich beide. Und was noch viel schlimmer kommt: Das Vertrauen in den Gärtner ist dahin. Es sind ja nur Kleinigkeiten, die Kunden dazu bringen, untreu zu werden und sich woanders umzuschauen. Selbst Senioren haben überhaupt keine Skrupel mehr, neue Lieferanten kennenzulernen. Drum merke: Wenn jemand eine Bestellung nicht oder erst zeitlich verzögert ausführen kann, dann gibt der kluge Versandhändler das unumwunden zu. Ein treuer Kunde dankt es ihm. Vielleicht nicht sofort, aber bei der nächst möglichen Bestellung gewiss.

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