Vorfrühling im Januar und ganz Nürnberg trifft sich am Sonntag im Zoo. Ich bin 3-fache Mutter und keineswegs kinderfeindlich eingestellt. Kinder sollen ruhig vor, besonders die kurzen. Aber für Muttis, die sich mit passagierlosen breitspurigen Kinderkarren an die vorderste Front drängen, fehlt mir das Verständnis. Was ist dagegen einzuwenden,den Karren nur für ein kurzes Weilchen abzustellen, um mit den lieben Kleinen näher ran zu können. Oder, anstatt sich mühsam durch enge Türschleusen zu quetschen, mit dem Kind allein ins Tierhaus zu gehen. Die meisten Tiere freuten sich ohnehin draußen über die herrliche Wintersonne.

Bei der gläsernen Absperrung vor dem Eisbärendomizil grummle ich hörbar zu einer, die mit ihrem Kind auf dem Arm und einem extrabreiten Sportwagen (leer!) sich von der vordersten Reihe zurück zum Wegschieben will: „ohne Kinderkarre ginge es leichter.“  Mault mich Mutti schräg von der Seite an „“Aber für Ihre Rente sorgen später mal meine Kinder!““

Andere Leute Kinder zahlen keineswegs meine Rente

Dumme Nuss! Ehrlich, ich zahle meine Rente selbst. Und zwar kräftig. Ihre Kinder sind, genau wie die meinen, gesellschaftlich gesehen wichtig und richtig. Aber mit meiner Rente hat dies alles nichts zu tun.

Und auch die heutigen Rentenempfänger haben zuvor Jahrzehnte selbst die Rentenkassen gefüllt und leben mitnichten vom Geld der heutigen Arbeitnehmer, die gezwungen sind, die staatlichen Kassen aufzufüllen. Generationenvertrag hin oder her. Hätten die heutigen Rentenbezieher, anstatt die Rentenkasse zu füllen, ihr Geld in profitable Fonds und Aktien investiert, stünden sie heute besser da.

Aber das weiß diese Mutti nicht. Und sie will es vermutlich auch nicht wissen. Für sie ist nur wichtig, dass sie – gesellschaftlich gesehen –mit ihrem Kind was Gutes tut. Ist ja auch richtig. Nur hat das leider nichts zu tun, mit einem leeren Kinderwagen, der anderen Leuten (großen wie kleinen) den Weg versperrt.

Nix für ungut.

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