Eine Gretchenfrage, die mich immer wieder bewegt: Muss man, muss ich vor Scharlatanen warnen? Beispielsweise vor Kunden, mit denen nicht gut Kirschenessen ist? Oder vor Rattenfängern, die ihr Geld eben nicht wert sind. Oder vor so genannten Werbe- und Marketing-Experten die beim „Studium“ ihres selbst gewählten Fachs über die ersten 100 Seiten nicht gekommen sind? Und deren Erfahrungen nur auf Misserfolgen beruhen.

Die streitbare Person sagt: „Na klar, stell sie doch an den Pranger. Stelle sie öffentlich zu Schau, bevor andere auf sie reinfallen.“ Na ja, ein bisschen was von Rache hat das schon. Süße Rache – aber doch eben Rache, gerade wenn ich an Kunden denke, die bespielsweise nicht nur schwierig waren, sondern obendrein nicht zahlen wollen.

Die moderate umsichtige Frau in mir sagt: „Ach, die anderen werden gewiss ebenso schnell merken, dass etwas nicht stimmt. Sollen sie doch vorher aufpassen. Oder mal von sich aus fragen. Immerhin gibt’s Ombudsmänner inzwischen schon für Onlineshops. Es ist doch nur noch eine Frage der Zeit, bis es so ein Angebot auch für Dienstleister gibt.“

Und dann gibt es noch die Person in mir (wahrscheinlich nennt man das Mutter- und Beschützerinstinkt), die sagt: „Es war noch nie ein Fehler, andere vor Schaden zu bewahren. Kläre auf und sei streitbar, wenn es sein muss. Gegen Nepper und Bauernfänger helfen nur glasklare Worte.“

Und wer beantwortet mir jetzt meine Gretchenfrage?

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