Urheberrechtsverletzungen werden von allen Kreativen gehasst

Kollegen kennen das: Google, Copyscape, TinyEye, Picscout und Co entlarven jemanden, der es mal wieder mit den Rechten anderer nicht so genau nimmt. Bilder, Texte und Codes sind im Internet schnell geklaut und dann geht das ganze Palaver für den Geschädigten wieder los.

Frau macht sich schlau. Sieht sich im Recht. Weiß aber auch, dass sie einem nackten Mann nicht in die Tasche fassen kann. Schlimmer noch: Will man sich gegen den Klau von vorgeblich armen und ahnungslosen Alleinerziehenden, Arbeitslosen, Schülerbubis, tumben Hausfrauen und Senioren wehren, darf / muss man auch noch finanziell in Vorleistung gehen. Der Anwalt freut sich aber so richtig bewegen kann er nichts.

Selbst wenn irgendwann eine Klage vor Gericht landet: Der Kläger bekommt allenfalls ein rechtskräftiges Urteil, dass er sich an die Wand nageln kann. Denn Bubi und Muddi Datendieb haben ja nichts in der Tasche, außer ihrer krimineller Energie. Ihnen blüht nichts weiter als ein Eintrag in ihrer polizeiliche Führungsakte. Und das juckt diese Leute nicht. Sie können weiter im Internet cruisen und mitnehmen, was ihnen gefällt. Sie werden weiter Stütze beziehen, als wäre nichts passiert. Sie werden weiter klauen, weil den Beklauten schon längst der Glaube an die ausgleichende Gerechtigkeit verloren gegangen ist und weil das Urheberrecht schön zu lesen, aber für unsereins oft genug nichts weiter als ein zahnloser Papiertiger ist.

Was für den Geschädigten bleibt ist das Wehren auf einem ganz anderen Niveau. Petzen bei Google und bei Werbenetzwerken, deren Banner auf den Seiten der Datendiebe laufen, gehört dazu. Google hat dazu eine eigene Informationsseite eingerichtet und wer sich an diese Anleitung hält, bekommt zwei Tage später sogar Bescheid. Man wird sich kümmern, heißt es in der E-Mail.

Und siehe da. Es passieren auch noch Zeichen und Wunder. Gestern habe ich entdeckt, dass ein Bilderdieb, der ungefragt 19 meiner Blumenbilder geklaut hat, seine Website eingestampft hat. Und eine weitere Website, dessen Besitzer auch noch zu feige für ein ordentliches Impressum ist, darf sich auf unangenehme Nachrichten einrichten. Ich weiß, es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein aber wenigstens wird dieser Mensch mit Google-Adsense und zwei weiteren Werbeagenturen kein Geld mehr verdienen. Und das ist auch gut so.

 

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