Erinnern Sie sich: Als Amazon an den Start ging, wurde jedes Buch versandkostenfrei verschickt? Nachdem der Buchpreis ohnehin festgelegt ist, war der kostenfreie Versand tatsächlich ein mächtiges Instrument, Kunden zum Onlinebestellen zu erziehen verführen. Später, als Amazon längst zum Branchenprimus geworden war, hat man den kostenfreien Versand auf Artikel ab 20 Euro beschränkt. Kluge Entscheidung. Einmal spart das Kosten. Andererseits neigen viele dazu, weitere Artikel in den Warenkorb legen, nur um die 20 Euro-Schwelle zu überwinden. So weit, so gut.

Einige Onlineshops setzen den kostenfreien Versand an bestimmten Tagen ganz bewusst zu Werbezwecken ein. Zumeist mit riesigem Erfolg. Per Newsletter angekündigt, bringt der versandkostenfreie Aktionstag Kunden dazu, wie verrückt zu kaufen. Denn die Gier, ein Schnäppchen zu machen, ist groß.

Was würde wohl geschehen, würde jeder Onlineshop grundsätzlich kostenfrei versenden? Nichts! Die positive Wirkung würde nutzlos verpuffen, weil jeder annähme, die Versandkosten seien längst eingepreist.

Insofern wäre es auch ziemlich ungeschickt, würde man ausgerechnet so ein erfolgreiches Marketinginstrument, wie den kostenfreien Versand, seiner Kraft berauben. Denn was es immer und überall gibt, lockt niemanden hinterm Ofen hervor.

Abgesehen davon: Ohne Not ein wirksames Marketinginstrument aufzugeben, scheint mir nicht der richtige Weg zu sein, Kunden zu gewinnen. Mehr Service zu wagen, wäre für diesen Spezialhandel ein sinnvolles Marketinginstrument. Zum Beispiel ein kostenloser/preiswerter Aufbauservice für Kindermöbel. Ich kann mich nämlich noch recht gut daran erinnern, wie schwierig es damals war, alleine Juniors Kinderzimmer aufzubauen. Zehn Tage vor dem Termin. Lang, lang, ist’s her.

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