Eine Schokoladenmanufaktur hat ihren Onlineshop neu aufgesetzt. Der alte Laden war schon schlimm doch der neue birgt richtig große Gefahren. Für die Betreiber, wohlgemerkt. Die Liste der Fehler fängt bei A wie AGB an und endet noch lange nicht bei den Zahlungsbedingungen. Optisch ist der Laden ohnehin ein Witz. Bilder, die für Stimmung sorgen sollen, ziehen sich so in die Breite, dass selbst mein 24-Zoll-Breitbildmonitor den Shop nicht komplett anzeigt. Dazu Texte, eingebettet in Bildern. Keine Suchmaschine wird diese Bildtexte jemals erkennen. Schlimmer noch: Sobald der Kunde ein einzelnes Produkt aufruft, fehlen ihm wichtige Informationen.

Fazit: Etliche Mankos fallen sofort auf. Am nettesten dabei: Null-Euro-Produkte. Schokolade, die nichts kostet. Die habe ich sogleich bestellt und mich darüber gefreut gewundert, dass sogar die Bestellbestätigung im Shop und „mein Konto“ die Schokolade für 0 Euro listet. 4,50 Euro kostet der Versand der süßen Gabe und das gönne ich mir. Schon um zu testen, welche Sorten hinter den ominösen Motto-Tafeln zum Geburtstag stecken. Im Shop gibt’s keinerlei Informationen dazu. Der Kunde kauft sozusagen die Katze im Sack.

Die Null-Euro-Schokolade ist kein Einzelfall in diesem Shop. Auch Baumkuchen gibt es zu diesem kundenfreundlichen Tarif. Allein das Bestimmen der richtigen Menge ist ein Problem und hindert mich daran, ihn zu bestellen. Der Opensourceshop (XTCommerce) ist dafür scheinbar nicht ausgelegt. Einem geschenkten Softwaregaul schaut eben niemand nicht ins Maul.

Für mich steht fest: Wen auch immer diese Schokoladenmanufaktur mit dem Aufsetzen des Shops beauftragt hat (ich vermute, es war der Neffe der Nachbarin), versteht weder was von E-Commerce, noch von Gesetzen, noch etwas von Webdesign. Aber egal: Die Software war schließlich kostenlos und das Aufsetzen sicher billigst. Die Bilder auch. Sie stammen offensichtlich aus dem gescannten Printkatalog. Den Rest hat jemand am Küchentisch geknipst. Zack, fertig ist die Katastrophe, von dessen Ausmaßen, die Betreiber noch gar nichts ahnen.

Ich bin ein netter Mensch und kläre per E-Mail auf. Ein Dankeschön bekomme ich für meine Mühe nicht. Statt dessen …

buchen die Shopbetreiber (unter völlig anderem Namen!) 18,90 Euro von meinem Konto ab. Von der Schokolade keine Spur. So geht das nicht! Es folgt ein E-Mail-Wechsel mit der Shopbetreiberin. Sie meint, ich müsse doch erkennen, dass es sich um einen Irrtum handeln würde und dass niemand ernsthaft Schokolade verschenkt.

He, he! Natürlich gibt es Shopbetreiber, die Schokolade zum Geburtstag verschenken. Oder Pralinen, je nach dem. So abnorm ist das nicht. Und natürlich könnte es sich auch um einen ausgebufften Werbe-Gag handeln. Was weiß denn ich, wie nordische Insulaner denken und kalkulieren. Auf jeden Fall gilt meine Abbuchungserlaubnis nur für 4,50 Euro und nicht für 18,90 Euro.

Das Ganze spielte sich am 27.12. ab, die Abbuchung erfolgte sofort und trotz Ankündigung, kam das Geld eben nicht sofort zurück. Dafür musste ich am 2.1. schon selbst sorgen.

Das Wichtigste hätte ich fast vergessen. Die Schokolade kam am 31.12. mit einer handgeschriebenen Wischi-Waschi-Rechnung (ohne genaue Nennung des Produkts) über 18,90 Euro. Kein Lieferschein dabei. Keine AGB. Keine Widerrufsbelehrung. Keine Aufklärung darüber, was mit dem Versandkarton zu tun ist. Sprich: Hier verwechselt jemand den Verkauf über die Ladentheke mit Onlinehandel. Ein Irrtum, der noch sehr, sehr teuer werden kann.

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