Ich dachte, Anja Förster und Peter Kreuz hätten schon alles gesagt und geschrieben, was es zu den Themen Motivation, Prioritäten setzen, Vertrauen in sich selbst und Unternehmensführung zu sagen gibt, aber nein, sie haben tatsächlich weitere 66 1/2 Argumente gefunden. Erbsenzähler vermutet darin Wiederholungen. Weil ich jedoch freie Texterin, Werberin und zudem Mutter dreier, inzwischen erwachsener Kinder bin, weiß ich wie wichtig derartige Fußtritte bisweilen sind. Das Leben ist nicht nur zu kurz für schlechten Wein, sondern auch viel zu schade, um sich täglich mit langweiliger Arbeit herumzuschlagen.

Das ist die Quintessenz des Buches „Macht was ihr liebt!“ und ja, die Autoren haben auf ganzer Linie Recht. Jedes Beispiel liefert eine eigene Begründung, warum es anders besser ist. Warum ein kompletter Neuanfang oft notwendig ist, um eben Besseres zu leisten oder um wieder diejenige zu werden, die man nun mal ist und es nur schon vor Jahren vergessen hat – aus Gründen. Ein Beispiel liefert eine Künstlerin, die vor lauter Broterwerb ihre Kunst aus dem Fokus verloren hat und damit sich selbst. Und dann plötzlich Schluss mit dem ungeliebten Brotverdienst macht und endlich das macht, was sie liebt: nämlich illustrieren. Davor hatte sie natürlich Bedenken. So wie jeder sie hat: Ist man gut genug, reicht das Knowhow, das Talent obwohl die Ausbildung eine völlig andere ist, kann sie davon leben. Die Illustratorin nennt alle typischen Bedenken, die jemanden in ihrer Situation so einfallen und jeder vielseitig begabte Kreative  kann sie spielend einfach nachvollziehen.

Das ist die besondere Stärke des Buches: Glaubhafte Geschichten von echten Menschen mit echten Gefühlen mit dem Ringen um ihren eigenen Erfolgsweg. Wie dieser Weg aussieht, muss allerdings jeder für sich herausfinden. Auch das wissen die Autoren und lassen uns ab und zu an ihre persönlicher Entwicklung: Keine Zeit verschwenden für einen schlechten Film, sondern das Kino eben schon nach 15 Minuten verlassen und die so gewonnene Zeit lieber für ein gemeinsames Essen nutzen. Oder Wartezeiten beim Reisen für kurzes Sightseeing zu nutzen und sich dafür vorab einige Locations notieren. Ja, das klingt gut. Sind andere bislang noch nicht auf diese simple Idee gekommen oder haben sie nur noch nichts davon erzählt?

Fazit: Macht was ihr liebt! ist ein weiteres Mutmachbuch der Autoren Anja Förster und Peter Kreuz. Es fügt sich nahtlos ein in die Reihe von „Nur Tote bleiben liegen“ und „Hört auf zu arbeiten!“, „Spuren statt Staub“ und „Alles, außer gewöhnlich“. Wer sich gerne motivieren lässt und neue Ideen, Inspirationen oder Argumente fürs Umdenken oder für seine eigene Weiterentwicklung sucht, findet in der kurzweiligen Lektüre genau das.

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