Zuerst dachte ich noch, es sei ein Scherz: Bei Pippi Langstrumpf wurde der „Negerkönig“ gegen einen „Südseeherrscher“ eingetauscht. Und nun trifft Political Correctness auf „Die kleine Hexe“. Der Neger muss weg, so der Thienemann Verlag und löscht  „wichsen“ gleich mit. Weil Kinder Schuhe „wichsen“ nicht mehr kennen. Na und? Kinder wissen vieles nicht und erfahren so viel aus Büchern. Auch und gerade alte Wörter und deren Gebrauch. Deswegen war und ist Lesen schon immer gut und lehrreich gewesen.

Ich bin gespannt, wann dem Pestalozzi Verlag auffällt, dass die „Zehn kleine Negerleins“ untragbar und unbedingt gegen „Zehn kleine Schwarze“ ausgetauscht werden müssen. Und der gleichnamige Krimi von Agatha Christie steht gleich mit auf dem Index der „politisch unkorrekten“ Bücher.

Natürlich kenne ich auch die Argumente der Befürworter der politisch korrekten „Sprachglätter“. Sprache sei lebendig, ständig im Fluss und man müsse unzeitgemäße Begriffe eben in die Moderne hieven. Wer das will, möge bitte neue Texte und neue Kinderbücher verfassen aber bitte die Finger von bestehender Literatur lassen.

Das Börsenblatt lädt zur Umfrage ein: „Dürfen Kinderbuchklassiker sprachlich geglättet werden


Mit „Sprachglättung“ fängt es an und es endet bei Büchern, die verbrannt werden. Demokratie hält auch politisch unkorrekte Begriffe aus!

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