Schon mal einen breiten Shop gesehen? Einen, bei dem ein 24-Zoll-Breitbildschirm nicht ausreicht, um auch nur eine einzige Seite anzuzeigen? Seit Wochen warte ich, dass sich hier endlich etwas zum Guten wendet aber nichts passiert. Noch immer wimmelt es von abmahnfähigen Mängeln. Ein gefundenes Fressen für jeden Abmahnanwalt – oder für die Wettbewerbszentrale. Gucken sich die Betreiber ihren Onlineshop nie von vorne an? Unglaublich! Ist das dumm oder nur naiv?

Gewissenhafte Shopbetreiber wissen natürlich, wie wichtig gutes Shopdesign ist. Eine Broschüre seitenweise einzuscannen und im Shop zu präsentieren, ist ein absolutes No-No. Suchmaschinen können nichts damit anfangen. Besucher auch nicht. Denn sobald jemand auf eines der Produkte klickt, klappt eine neue Artikelseite auf und dann fehlen wichtige sämtliche Informationen.

Ob wohl der Grafiker der Schokoladenmanufaktur weiß, wie und wo seine Broschüre zweitverwertet wird? Oder der Texter? Und ob die beiden damit einverstanden sind? Wenn nicht, kann dieses No-No noch viel, viel teurer werden.

Lustig Plamabel sind auch die fehlenden Detailangaben. Nirgendwo steht, wie schwer die angepriesenen Tafeln sind. Oder ob es sich gar nur um Bilder Sylter Möwen, Leuchttürme und Dünen handelt? So genau erfährt das der potenzielle Kunde nämlich nicht. Denn neben den schönen Landschaftsbildern, steht weder was von Schokolade, noch von anderen Zutaten. Ein weiteres No-No für Suchmaschinen, erst recht für Verbraucher. Da wundert mich diese niederschmetternde Kundenbewertung eigentlich auch nicht mehr. Höchstens noch, warum die Shopbetreiber diese negative Bewertung auch noch auf die Titelseite setzen.

Um auf den Punkt zu kommen: Wenn Sie selbst einen Shop betreiben oder planen, einen Onlineshop zu eröffnen: Bitte machen Sie sich schlau. VORHER! Ohne anwaltliche Hilfe sind heutzutage kaum noch abmahnsichere AGB zu gestalten. Und ohne das Wissen eines E-Commerce-Experten sind die meisten Kaufleute ebenfalls überfordert. Sparen Sie weder an guten Texten noch an schönen Produktfotos. Und bitte lassen Sie sich gründlich beraten, wenn es um die Wahl Ihrer Shop-Software geht. Denn wenn Sie hier die falsche Entscheidung treffen, ärgern Sie sich später Grün und Blau. Weil jeder Softwarewechsel mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Gut zu wissen bei der Gelegenheit: So genannte kostenlose Software (Open Source) rechnet sich zumeist nur dann, wenn Sie selbst etwas viel von der Materie verstehen.

Wenn Sie all das beherzigen und dazu noch mit interessanten Produkten aufwarten, kann Ihre Idee vom eigenen Onlineshop gelingen. Vorausgesetzt Sie investieren gleichzeitig die zweite Hälfte Ihres Budgets in Werbung und Marketing. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

 

 

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