Gestern bei Obi in Erlangen. Es ist mein erster Besuch in dieser Obi-Fililale und das Erste, was mir positiv auffällt, ist das bunt bepflanzte Blumenbeet am Parkplatz. Meine Stimmung ist gut, der Einkaufszettel, der hauptsächlich aus Utensilien für meine neue Küche besteht, ist lang, doch dann

  • … meint der Verkäufer bei Haussanitär, nachdem er uns fünf Minuten warten ließ, um Plastikrohre aus dem Regal in einen Korb zu legen: Warum wollen Sie die Kartusche Ihres Wasserhahns überhaupt wechseln? Kaufen Sie sich besser gleich einen neuen Wasserhahn. Marke xyz führen wir sowieso nicht. Das ist der Mercedes unter den Armaturen und dessen Zubehör irre teuer. Wird deswegen nicht von Obi vertrieben. Und überhaupt, mit einer neuen Armatur von Obi sind Sie wirklich besser bedient.
  • … fehlen sämtliche Preise bei den Holzregalen. Wir haben keine Chance, irgendein Regal auszuwählen.
  • … fehlen auch die Preise bei den Holzböcken. Drei verschiedene Modelle liegen in großen Stapeln, aber kein Kundenberater ist weit und breit zu sehen. An der Informationstheke sagt jemand: „Wählen Sie die Nummer 63, wenn Sie Beratung brauchen.“ Aha – ich wähle, traue mich kaum den vor Dreck triefenden Telefonhörer in die Hand zu nehmen. Jemand geht ran, hört mein Problem, sagt: „Ich hab‘ zu tun, es dauert länger, wählen Sie bitte Nummer 64.“ Na gut, noch ein Versuch auf Nummer 64. Die Stimme am anderen Ende der Leitung sagt „Ja, ich komm‘ gleich“. Doch niemand kommt. Wir warten ewig, fünf bis zehn Minuten sind es bestimmt.
  • … treffen sich drei Obi-Mitarbeiter eine Reihe vor den Holzböcken, ratschen miteinander und verschwinden wieder – ohne sich um ratsuchende Kunden zu kümmern.
  • … kommt ein weiterer Mitarbeiter und geht umgehend an ein klingelndes Telefon. Meine Winken hat er entweder nicht bemerkt oder schlicht ignoriert
  • … platzt mein Geduldsfaden.

Wir gehen ohne auch nur ein einziges Teil in den Wagen geladen zu haben. An der Kasse sage ich noch, wir konnten leider nichts kaufen, weil wir nicht bedient worden sind. Die Dame ist irritiert, will noch einmal für mich jemanden vom Personal rufen, doch ich mag nicht mehr.

Am Ausgang versucht uns noch eine junge Dame aufzuhalten. Sie führe eine Kundenbefragung durch, es dauert auch nur wenige Minuten. Auf die Teilnahme an der Umfrage habe ich wohlweislich auch verzichtet. Ich hätte ohnehin nur die Note 6 erteilt.

 

Wenn Obi in Erlangen meint, Kunden eben müssten Zeit, Geduld und Verständnis mitbringen, nur weil sie ihr Personal zu knapp bemessen (insbesondere während eines Umbaus), dann müssen sie eben auf meinen Umsatz verzichten.

Wenn Obi in Erlangen meint, der Umbau-Zeitplan hätte Vorrang gegenüber den Fragen und Wünschen der Kunden, dann sollte das Management bitte die gesamte Fililale während des Umbaus schließen. Dann stört auch keiner mehr den regulären Betrieb und das Personal kann sich voll und ganz dem Umschlichten der Regale widmen.

Die anschließende Einkaufstour bei IKEA (fast nebenan) war dann auch von Erfolg beschieden. Zumindest was die Regale fürs Archiv angeht. Die Kartusche besorge ich jetzt lieber direkt im Internet und die üblichen Spontankäufe im Gartencenter fielen dieses Mal einfach aus. So einfach ist sparen.

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